Fair handeln - Klima schützen

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Die negativen Auswirkungen der klimatischen Veränderungen gefährden zunehmend die landwirtschaftliche Produktion und Ernährungssicherheit im globalen Süden. Viele Nutzpflanzen reagieren extrem sensibel auf den Anstieg der Temperatur. Ein verändertes Klima begünstigt zudem die Ausbreitung von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten. Ereignisse wie Dürren, Starkregen, Wirbelstürme und Überschwemmungen nehmen zu und werden zudem unvorhersehbarer. Ernterückgänge oder -ausfälle sind die Folge. 

 

Die 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs), die die Vereinten Nationen im Jahr 2015 verabschiedet haben, machen deutlich, dass Klimapolitik, nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung untrennbar miteinander verwoben sind. Ziel 13 umfasst umgehende Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen.

 

Kleinbäuer/innen sind nicht die Verursacher des Klimawandels, leiden aber besonders unter dessen Folgen. Der Zugang zu Wissen und aktuellen Prognosen ist ein wichtiger Aspekt im Umgang mit dem Klimawandel. Der Faire Handel unterstützt Produzentenorganisationen mit lokalen Beratungsangeboten und Schulungen. Zu den Schwerpunkten gehören nachhaltige und klimaverträgliche landwirtschaftliche Praktiken, Wasser- und Umweltmanagement sowie Schutz von Boden und Artenvielfalt. In Guatemala beispielsweise investieren Kaffeebäuer/innen der biozertifizierten Kaffee-Kooperative Chajul in Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel: "Wir probieren unterschiedliche Samensorten und Pflanzen aus, die gegen den Kaffeerost resistent sind", erzählt Miquel Soy, Geschäftsführer der Vereinigung. "Wir haben mehrere Modellpflanzungen angelegt, um zu sehen, welche am besten funktionieren. Außerdem haben wir einen Teil der Fair-Handels-Prämie dazu genutzt, solarbetriebene Trockenmaschinen anzuschaffen, die besser für das Klima sind." 

 

Kleinproduzent/innen haben mit unberechenbaren Witterungsverhältnissen wie dem Wechsel aus Überflutungen und Dürreperioden bereits die größte Last des Klimawandels zu tragen. Die Verantwortung, CO2-Emissionen zu reduzieren, liegt bei allen: Politische Institutionen, Unternehmen und Konsument/innen sind gleichermaßen gefragt.