Charlotte Health Center - Sanya Juu (Tansania)

Im Januar 2019 konnten 1.000€ an die Krankenstation gespendet werden.

Das Charlotte Health Center befindet sich nur wenige Kilometer von Sanya Juu entfernt, was wiederum zwischen Kilimanjaro und Mt. Meru liegt. Der Großteil der Menschen lebt von der Landwirtschaft und nur wenige haben das Glück über ein Auto oder ein Motorrad zu verfügen. Krankenhäuser und die Anbindung an medizinische Versorgung sind rar, wodurch viele Menschen kilometerlange Strecken über Feldwege zurücklegen müssen, um Zugang zu ärztlichem Rat und Medikamenten zu erhalten. Die Krankenstation erscheint dadurch morgens wie ausgestorben, während mittags die Wartebereiche aus allen Nähten platzen, da die Patienten erst dann nach langen Märschen die Krankenstation erreichen. 

 

Rund 7% der tansanischen Bevölkerung sind mit HIV/Aids infiziert und landesweit besteht ein hohes Risiko mit Malaria angesteckt zu werden. Beide Erkrankungen führen bei fehlender Behandlung zum Tod. Leider kommen viele Patienten zu spät, so dass die Medikamente wirkungslos bleiben, oftmals weil es ihnen aufgrund der langen Wegstrecken und den für sie hohen Fahrtkosten nicht möglich ist eine Krankenstation zu erreichen. Die Errichtung des Charlotte Health Centers, durch die Heilig-Geist-Schwestern, ermöglicht der Bevölkerung rund um Sanya Juu den Zugang zur medizinischen Versorgung, welcher zuvor vielen verwehrt blieb. Der Schwerpunkt liegt auf der ambulanten Versorgung von Patienten, die gegebenenfalls stationär aufgenommen werden können. 

 

Die Krankenstation besteht aus mehreren einzelnen Gebäuden, die den Patienten jeweils unterschiedliche Anlaufstationen bietet. Zunächst müssen sie sich an der ´Mapokezi`(Rezeption) anmelden bzw. bei einem Erstbesuch eine Patientenakte und eine kleine Identifikationskarte ausfüllen. Diese erlaubt den Schwestern bei weiteren Besuchen ein direktes Einsehen in bisherige Befunde und verschriebene Arzneimittel. Alles geschieht analog und ist mit einem großen Aufgebot von Akten und Kärtchen verbunden. Anschließend heißt es, in den meist überfüllten Wartezimmern oder auf der Wiese davor, warten bis eine der beiden behandelnden Schwestern den eigenen Namen aufruft. Hierbei gilt die tansanische Weisheit: Haraka haraka haina baraka. Was übersetzt so viel bedeutet wie: Eile hat keinen Segen bzw. in der Ruhe liegt die Kraft. Je nach Befund werden die Patienten anschließend in das ´Dental Unit`(Zahnarztpraxis) geschickt oder zum Labor verwiesen, um verschiedene Tests zur genaueren Diagnostizierung durchzuführen, wie beispielsweise Malaria-, Syphilis- und HIV-Tests. Zudem stehen den Schwestern ein Ultraschall- und Röntgenraum, sowie ein OP-Gebäude, mit zwei für Eingriffe gut ausgestatteten Sälen, zur Verfügung. Auf dem Hospital-Gelände wird von den Schwestern zudem noch eine ´Dispensery`, eine Art Apotheke betrieben, in der die Patienten ihre verschriebenen Medikamente erhalten bzw. geimpft werden. Für die stationär aufgenommenen Patienten verfügt die Krankenstation über drei separate Stationen für Männer, Frauen sowie Schwangeren und einem weiteren Gebäude, welches die Intensivstation bildet. 

 

Der Großteil der medizinischen Geräte, wie beispielsweise die OP-Liegen, Röntgengeräte und Zahnarztutensilien stammen aus Deutschland. Dort ausgemusterte Geräte, die jedoch noch immer voll funktionsfähig sind, werden in Containern nach Tansania verschifft. Die Schwestern sind auf diese Spenden angewiesen, da ihnen ansonsten die Mittel für Neuanschaffungen fehlen würden. Die Schwestern selbst sind hauptsächlich auf Geburten und sonstige kleine Eingriffe wie Abszesse oder kleine Wunden spezialisiert, können jedoch aufgrund mangelnder Ausbildungsmöglichkeiten größere Eingriffe nicht alleine durchführen. Auch hier sind sie auf die Hilfe deutscher Ärzte bzw. einheimischer Ärzte angewiesen, die große Eingriffe wie Schilddrüsen- oder Tumoroperationen, mit der Assistenz der Schwestern durchführen. Für die Anästhesie benötigen die Schwestern jedoch keinerlei Hilfe, denn dafür verfügt Schwester Marcellina, die älteste Schwester in der Krankenstation, über das nötige Wissen und Können. 

 

Die Patienten zahlen grundsätzlich für jedes Medikament und jede Behandlung einen kleinen Betrag. Allerdings bringen es die Schwestern nicht über ihr Herz Patienten wegzuschicken, die keinerlei Mittel haben, um für ihre Rechnungen aufzukommen. Die meisten pflegerischen Tätigkeiten - vom Waschen bis hin zum Essen zubereiten - werden hier von der Familie übernommen. So gibt es nicht wie in Deutschland feste Mahlzeiten für die Patienten, sondern sie sind auf die Hilfe ihrer Angehörigen angewiesen, die das Essen an kleinen Kochstellen zubereiten. Des Weiteren bietet das Gelände Möglichkeiten, um die Wäsche zu waschen, sowie aufzuhängen und einen kleinen Kiosk durch welchen ein Grundbedarf abgedeckt werden kann. 

 

Trotz der für tansanische Verhältnisse sehr guten Ausstattung der Krankenstation fehlt es noch an einigen Mitteln, wie beispielsweise Bluttransfusionen, richtigem Nahtmaterial, unzähligen Medikamenten, Operationsequipment und vielem mehr.